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Die Fischer vom Attersee

Reinanken
Attersee

von: Thomas Ruhl

 

Es ist 5.00 Uhr früh im Mondseeland.

Wir fahren nach Weyregg am Attersee zu den Fischersleuten Josef und Walburga Lechner. Der Metallkahn gleitet bei Sonnenaufgang durch das glatte Wasser zu den Stellnetzen. Diese hat Josef Lechner am Abend zuvor ausgelegt.

 

Heute wollen wir Reinanken fangen – ein Fisch, den wir auch unter dem Namen Felchen kennen. In jedem See sind die Fische ein wenig anders: Im Vergleich zu den Felchen aus dem Bodensee ist das Fleisch der hier gefangenen Fische feiner und nicht so trocken. Die aufgehende Sonne lässt die Fische im Netz schon tief unter der Wasseroberfläche glänzen. Das Wasser ist kristallklar, daher müssen die Netze sehr sauber sein und nach jedem Fang gewaschen werden, da die Fische die Netze ansonsten sehen und nicht hineinschwimmen. Die Netze ragen von der Wasseroberfläche bis in eine Tiefe von zehn Metern. Vom Fischer Lechner erfahren wir, dass der Fangerfolg von vielen Faktoren abhängig ist. Zum Beispiel ist das Fischen bei Vollmond aussichtslos. Warum das so ist? Entweder sehen die Fische durch das Mondlicht die Netze im Wasser oder das Plankton steht tiefer. Plankton ist die Nahrungsquelle der Reinanken und die Fische halten sich immer dort auf, wo sie Futter finden.

 

Die maximale Tiefe des Attersees liegt circa bei 170 Metern und die Seeufer fallen sehr steil ab. Oft gehen Netze verloren, wenn sie bei Sturm ins tiefe Wasser getrieben und durch ihre eigenen Gewichte zum Grund hinabgezogen wurden. Netz um Netz wird eingezogen und zum Schluss haben wir gut sechs kg Reinanken im Korb. Kein schlechter Fang für die Lechners. Uns allerdings erscheint die Beute als rar und so wird auch klar, dass der Fang nur ausgewählten Kunden zugeteilt wird. Aussichtslos für Touristen, direkt etwas beim Fischer zu erwerben. Für diese Kunden hält Josef Lechner ein paar Zuchtforellen bereit, die er in Drahtkörben im See hält. Die guten Reinanken bekommt nur, wer sich als würdig erweist und die Fische auch angemessen zu schätzen weiß.

 

Je nach Saison wird auch auf den Saibling gefischt.

Die häufig vorkommende kleine Art hat sehr feines und zartes Fleisch. Etwa zehn Fische ergeben ein Gewicht von einem Kilogramm. Seltener wird der Wildfangsaibling gefangen – er ist wesentlich größer und kann bis zu sechs Kilogramm wiegen. In dieser Größe ist auch die Seeforelle ein exquisiter Atterseefisch. Auf Aale, die ebenfalls im Attersee zu finden sind, wird nicht mehr gefischt. Sie sind ohnehin eine Spezies, die nur durch Besatz in den See gelangt ist. Es gibt hier Exemplare, die gut

70–100 Jahre alt sind.

 


 
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