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Jörg Müller

Das Sylter Deichlamm



von: Thomas Ruhl

 

John Ricklef Petersen tastet mit seinem Geländewagen über den Pfad entlang des Deiches. Auf der Ladefläche seine drei Border-Collies, begierig, aus dem Wagen springen zu dürfen. Aus dem geöffneten Fenster ruft er, der Schäfer, “Komm heer, mäggä mäggä mäggä ...”. Die Parole stimmt. Die Schafe eilen neugierig herbei und glotzen auf ihr Spiegelbild im Autolack.
Auf einer separat eingezäunten Weide stehen die Hammel. Einer ist auffällig klein. “Das ist mein Arbeitsbock, der ist sterilisiert. Den lass’ ich vier Wochen vor den Hammeln auf die Weide zu den Schafen. Der macht die heiß, dann kommen die anderen und machen die Lämmer”, sagt John.

Ein genialer Schachzug, denn so verkürzt er die Lammzeit um etwa vier Wochen.

 

Wir halten und lassen die Hunde heraus. Wie Flugzeuge gleiten Sie über die etwa 140 cm hohe Umzäumung und den gut zwei Meter breiten Graben und beginnen sofort mit ihrem Job. “Schafe auf einen Fleck”. Zwei Minuten später stehen die ursprünglich auf der ganzen Weide verteilten Tiere Schulter an Schulter, von den jetzt davor liegenden Hunden bewacht. Eine unglaubliche Leistung.
John erzählt, dass er die Hunde selbst ausbildet. “Aber das ist noch gar nichts, kommt mal mit.” Wir gehen auf den Deich, die Hunde brav voran. Die Schafe flüchten zunächst in entgegengesetzter Richtung vor den “Wölfen”. Johns Befehl “Ganz vor” erschallt. Die Hunde jagen an der Flanke der Schafe vorbei. 10 Minuten später, und alle, wirklich alle Schafe, soweit der Blick reicht, umkreisen ihren Meister. Die Hunde haben eine Arbeit geleistet, die die anwesenden Wanderer mit offenen Mündern staunen lässt, und uns ein eindrucksvolles Erlebnis verschafft.

 

“Wenn Ihr hier so guckt, seht Ihr nur guten Boden mit gutem mineralstoffreichem Gras und riecht gute Luft. In den Salzwiesen wachsen spezielle Kräuter, wie die Salzmiere, die Keilmelde, das Weideröschen oder das Strand-Milchkraut. Weil die Lämmer hier diese guten Sachen essen und zufrieden aufwachsen, ist unser Fleisch besonders gut”, erklärt John.
Wer nach Sylt kommt, kann das prüfen, denn John Ricklef Petersen vermarktet sein Fleisch selbst auf seinem Gänsehof in Keitum. Oder man isst bei Jörg Müller die Variation vom Sylter Deichlamm.


 
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