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Joachim Wissler

Die schwäbische Alb



von: Thomas Ruhl

 

Die Schwäbische Alb ist eine ganz eigene Landschaft, die von ihren Tafelbergen geprägt ist. Die Lichtstimmung der Abendsonne lässt alles fast unwirklich erscheinen, es kommen uns Gemälde aus der Romantik in den Sinn. So hätte auch ein Bild von Caspar David Friedrich aussehen können.

 

Und hier ist Joachim Wissler aufgewachsen. Hoch oben auf einem Berg, gegenüber der Burg Teck. Seine Eltern bewirtschaften hier einen Bauernhof mit 90 Hektar Grundfläche, bis vor einigen Jahren wurde auch noch eine eigene Gaststätte betrieben. Dieses Land und der elterliche "Engelshof" haben Joachim Wissler geprägt. Denn jemand, der oben auf diesen Bergen Landwirtschaft betreibt, muss hart arbeiten: Der Boden ist karg und nicht sehr fruchtbar. Wer Joachim Wissler schon mal in der Küche erlebt hat, weiß, dass er ein harter und unermüdlicher Arbeiter ist – man bekommt hier in den Bergen eine Ahnung, worin dies wurzelt.

 

Der Gastronomiebetrieb der Eheleute Heinz und Hertha Wissler war "im Ländle" bekannt für seine gute Qualität. Küchenchefin war Hertha Wissler, ihr mussten alle Kinder helfen. Joachim übernahm sonntags das Anrichten der Salate; Freizeit und sportliche Aktivitäten wie Fußball wurden für den Familienbetrieb geopfert. Der Vater von Joachim Wissler züchtet Rinder. Es ist gutes Fleisch, was er produziert und über Bioland vermarktet. Seine Rinder sind eine Kreuzung aus Charolais- und Limousin-Rindern. Charolais-Rinder gelten als brav, brauchen aber lange bis zur Ausmast. Nach einem Jahr ist ihr Fleisch noch „blau“, es ist noch nicht mit Fettäderchen durchzogen, die durch viel Bewegung und natürliches Futter entstehen. Durch das Einkreuzen der etwas wilderen Limousin-Rinder wird die Fleischausbeute wesentlich verbessert.
Imposant ist der Bulle der Herde: Herold. Wir nähern uns respektvoll. Aber wir haben es hier mit einem ganz braven Exemplar zu tun, einem ehemaligen Gefängnisinsassen. In einer Ulmer Haftanstalt werden diese Bullen gezüchtet. Die Gefangenen haben Zeit und Muße, sich rund um die Uhr um ihr Vieh zu kümmern. Das Ergebnis sehen wir an Herold. Er ist an Menschen gewöhnt und lammfromm. Heinz Wissler erzählt, dass die Bullen rausgeputzt und gestriegelt sind wie Pferde, wenn sie geliefert werden. Es macht Spaß zu sehen, wenn auch Nutztiere gut behandelt werden. "Vielleicht", sagt Joachim Wissler, "kehre ich ja einmal hierhin zurück, baue das Restaurant wieder auf und führe die Landwirtschaft weiter." Sicher keine schlechte Idee – für die Schwäbische Alb wäre das eine enorme Bereichung.


 
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