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Jonnie b. good - Hard Rock bei Jonnie Boer in der Librije





Avantgarde Part Ten. Kochkunstkritiker Jürgen Dollase analysiert Gerichte wie ein Kunsthistoriker die Werke eines grossen Meisters.

 

“Das ist sehr praktisch“, sagt der wie ein klassischer Dirigent mit Frack bekleidete Butler im “Librije Hotel“ in Zwolle, “wenn der Chef kommt, hört man das schon lange vorher“. Es röhrt ziemlich, als Jonnie Boer mit seiner Harley vorfährt. Und – er sieht darauf nicht gerade so aus wie ein in die Jahre gekommener Zahnarzt, der sich einen Jugendtraum erfüllt hat. Boer wirkt eher ein wenig so, als könne er das schwere Gerät auch mal eine Treppe hochtragen. Wir treffen ihn in seiner Kochschule, die ein paar Nummern größer ausgefallen ist, als man das von seinen Kollegen her kennt. Auch sie liegt in seinem Hotel, einem ehemaligen Frauengefängnis aus dem Jahre 1719, das Thérèse und Jonnie Boer mit großem, auch finanziell ziemlich kompromisslosem Aufwand in eine echte Boer-Immobilie umgewandelt haben. Alles ist so, wie man es gestalten wollte, von ein paar noch im ursprünglichen Zustand erhaltenen Gefängniszellen bis zu einem Zweitrestaurant (“Librije’s Zusje“, also “Librije’s Schwester“), das mittlerweile auch schon einen Stern hat. Die Zimmer haben den typischen Stilmix, den es auch in der “Librije“ gibt, großzügig, eklektizistisch, zum Beispiel mit riesigen Lüstern und offenem Bad-Schlafzimmer-Bereich. In der zu einer Suite umgebauten ehemaligen Wohnung des Gefängnischefs, die man durch eine Zellentür betritt, erkenne ich an seinem markanten Stil sofort ein Bild. Es stammt von Herman Brood, der in Zwolle geborenen und im Jahre 2001 verstorbenen niederländischen Rocklegende, der ein guter Freund von Jonnie Boer war und in der Rockmusik ein Rolle spielte, wie Boer sie – zumindest ein klein wenig – in der Kochszene ausfüllt. Einen Begriff wie “Rock’n’Roll in der Küche“ hört man ja ziemlich oft, und als ehemaliger Profi fragt man sich schon manchmal, was denn die Köche damit eigentlich meinen. Laute Musik beim Kochen hören? Sich unangepasst geben, obwohl man sich in diesem Beruf in fast allen Fällen von vorne bis hinten anpassen muss? Zopf und Stirnband tragen und irgendwo auf dem platten Land den Großkreativen geben? Was oft stört ist, dass die “Unangepassten“ längst die Flucht aus der täglichen, harten Arbeit in der Küche angetreten haben und lieber ein wenig im TV herumhampeln oder aufgebretzeltes Catering praktizieren – natürlich mit den Ideen der wirklich Kreativen, die nach wie vor am Herd stehen. Der Unterschied zu Drei- Sterne-Koch Jonnie Boer könnte nicht größer sein. Hier hat es jemand geschafft, dem Anpassungsdruck standzuhalten. Hier hat sich jemand mit viel Mut zum Risiko und enormem Arbeitseinsatz seine Welt so gestaltet, wie er wollte. Und vor allem steht er immer noch kulinarisch in der ers­ten Reihe. Dass er nun eine einflussreiche Figur in seinem Land ist und ein Rollenmodell für Unmengen von Köchen, ist kein Wunder. (mehr...)

 


 
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